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_Transponder Januar/Februar 2006
featuring:
Tobias Magaß

#1

2006


»Israel ist das Land, das mir zuallererst eine Chance gegeben hat.«
Tobias Magaß
Und dann meinte sie:
they are very keen on strangers …

Tobias Magaß
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Tobias Magaß ist wohl eine der schillerndsten Kunstpersönlichkeiten Osnabrücks. Reich verziert mit einem Abschluss an der angesehenen Düs- seldorfer Kunstakademie, Fortbildungen und Lehraufträgen, lebte und arbeitete er auch 5 Jahre in Israel als Dozent.
Bei allen Meriten ist er taktvoll und aufmerk- sam geblieben, wirkt eher zurückhaltend
als jovial. Im Gespräch über Kunst und seine bisherigen biografischen Stationen lässt er allerdings jede Zurückhaltung fallen. Hier spricht er über das, was ihn bewegt und be- wegte – in seinem bisherigen Werk …
Seine neuen Bilder aus dem gerade ver- gangenen Jahr knüpfen nahtlos an sein Schaffen an. Und doch verdichtet sich der Eindruck, dass seine künstlerische Ent- wicklung einen weiteren Schritt genommen hat. So liegt ein erster Rückblick nah …

((( t ))) Du hattest 1992 eine Einzelaus- stellung im Foyer der Kunsthalle Os- nabrück. Beachtlich! Wie kam es dazu?

Das waren Bilder, die in der Zeit nach der Akademie entstanden sind. Bilder, die auf einem ganz anderen Stand sind als heutige Arbeiten. Kurz nach dem Akademie- abschluss bin ich hier hin gezogen und hab dann sehr intensiv gearbeitet. Nach einer gewissen Zeit habe ich mich, als sich gewisse Arbeiten einfach angesammelt hatten, bei dem damaligen Leiter der Kunsthalle vorge- stellt beziehungsweise hab ihn zu mir nach Hause eingeladen. Und Folge der Einladung war, dass er mein Atelier besuchte, das Betrachten der Arbeiten und eben dann sei- ne Entscheidung diese Sachen einfach mal vorzustellen.

((( t ))) Wie bist du dazu gekommen, als Gastdozent für fünf Jahre nach Israel zu gehen?

Das hatte eine Vorgeschichte mit meiner da- maligen israelischen Freundin Danit. Sie hatte mich hier mehrfach besucht und meinte, dass sei hier nichts für mich, ich sollte es dort probieren. Ich hatte damals an der Volks- hochschule unterrichtet und sie war nicht blöd und hatte erkannt, dass die VHS auch nicht das richtige Niveau hat und meinte: »Du verschwendest hier deine Energien und Qua- litäten.« Und dann hat sie etwas gesagt, was ich damals gar nicht verstanden hab. Sie meinte, Israel sei ein Land, das eigenartigen und talentierten Menschen eine Plattform bietet. Und sie meinte: »They are very keen on strangers …« Also, sie sind sehr inter- essiert an Ausländern, die für die Israelis dort natürlich eine Bereicherung darstellen. Das konnte ich mir damals gar nicht ausmalen, aber als ich dann ankam und mit den ver- schiedenen Schulvertretern sprach, merkte ich, dass das doch ganz anders zugeht als hier. Ich würde sagen, mehr amerikanischer und unorthodoxer. Viel offener und ich bin kein Jude, aber das ist auch ganz unwichtig , es geht rein darum, was ich für sie bringen kann.

((( t ))) Und nach fünf Jahren kam dann der Schritt zurück nach Deutschland.

Ja, genau, ich merkte dann nach einer gewis- sen Zeit, dass ich mich doch wieder mehr
an das Zentrum von Europa orientieren musste um hier dann wieder Fuß zu fassen. Ich konnte dort natürlich auch nicht so großformatig arbeiten das hab ich hier dann wieder aufgenommen. Gleichwohl bleibt
die Israel-Erfahrung eine riesengroße Berei- cherung für mein Leben.

((( t ))) Wie siehst du den Stellenwert der Kunst im Vergleich Israel/Europa?

Es ist so, dass Israel ein sehr kleines Land ist und es dort zum Beispiel gar keine Kunst- messe gibt. Inzwischen gibt es ja man kann es schon fast ironisch oder kritisch sehen
in Deutschland fast in jeder größeren Stadt, beispielsweise Karlsruhe, schon eine Kunst- messe. Und das ist in Israel gar nicht so. Es gibt dort sehr sehr viele Künstler, die es enorm schwer haben und eigentlich nur außerhalb von Israel eine Plattform finden und die Plattform ist dann meistens Europa und die USA. Aber das Land selber ist viel zu klein. Und das ist dann der Vorteil an Deutschland. Trotz seiner jetzigen und auch vorher bestehenden wirtschaftlichen Schwie- rigkeiten ist Deutschland künstlerisch gesehen schon ein Schwergewicht. Und es gibt hier natürlich auch einen Kunstmarkt. So gesehen gibt es in Israel gar keinen Kunstmarkt und es gibt auch kaum Sammler. Das ist mit Westeuropa, durch die gleiche Währung
und den gleichen großen Markt, natürlich
gar nicht vergleichbar.

((( t ))) Und wie beurteilst du die all- gemeine Anerkennung der Kunst dort?

Die ist schon hoch. Denn dieses kleine Land Israel ist schon sehr hoch entwickelt. Kunst hat schon einen Stellenwert. Da würde ich aber eher dazu neigen, dass Musik als ande- re Kunstform einen höheren Stellenwert hat, die noch mehr gefördert und unterstützt wird als die Bildende Kunst. Viele Menschen dort leben auch auf viel kleinerem Raum als hier und können sich das also gar nicht so leisten. Aber generell ist, wenn man die Kunstformen wie Musik, Darstellende und Bildende Kunst zusammenfasst, der Stellenwert der Kunst dort schon sehr hoch


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Planet man 150 x 200 cm (2005), Acryl und Öl auf Leinwand

Ohne Titel 150 x 210 cm ( 2005), Acryl und Öl auf Leinwand

Inganno 150 x 200 cm (2005), Acryl und Öl auf Leinwand

Prayer 190 x 190 cm (2005), Acryl und Öl auf Leinwand

Vergänglichkeit 140 x 140 cm (2005), Acryl und Öl auf Leinwand

 
   

Tobias Magaß

www.tobias-magass.de


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Alle Rechte vorbehalten. © Daniel Torrado Hermo.

Fotos © Karsten Michaelis.
Digitale Nachbearbeitung: Daniel Torrado Hermo.

 

   

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Daniel Torrado Hermo, www.torrado.de

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