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_Transponder Mai/Juni 2006
featuring:
Steffi Kramer
#5



2006

»Ein Tag ist keine Woche!« Steffi Kramer
Das ist schon sehr schweißtreibend ...

Steffi Kramer
_________________________

Steffi Kramer studiert Kunst und Kunst- geschichte an der Universität Osna- brück. Ihr Interesse für den Holzschnitt ist im Jahr 2004 nachhaltig bei einer universitären Exkursion in Venedig ge- schürt worden. Dabei war der Weg vom Linolschnitt zum Holz keine Einbahnstraße: Kramer beschäftigt sich weiterhin in einem breiten Spektrum mit dem Themen Druck, Malerei und der Grundlage allen bildner- ischen Könnens: der Zeichnung. Trotzdem liegt der Fokus des Transponders auf
dem Holzschnitt, weil Kramer hier mit ei-
ner Leichtigkeit und Sicherheit arbeitet,
die einfach Freude macht.

((( t ))) Wie gehst du vor beim Holzschnitt?

Ich habe eine oder mehrere Zeichnungen
und dann übertrage ich die Zeichnung auf das Brett. Mit Bleistift, Edding oder auch mit dem Buntstift. Das Bett fungiert als Papier. Die später gefärbten Stellen lasse ich ste- hen und ritze die weißen Flächen mit ver- schiedenen Messern weg – so weit, wie es mir gefällt und dann drucke ich die Platte. Das ist insgesamt ein spielerischer Vorgang, beispielsweise wenn es um Hintergrund-
töne mit verschiedenen Farben geht.

((( t ))) Was hat dich zum Material Holz hingezogen?

Mit Holz kann man einfach viel machen. Es ist fast vergleichbar mit der Bildhauerei: Du nimmst immer etwas weg – als ob du Skulp- tur machst. Ob Stein- oder Holzblock: du nimmst immer etwas weg, bis die Form da ist – und so ist das beim Holzschnitt ja auch. —
Dann druckt man das einmal und prüft, wie der Druck ungefähr aussieht. Dabei ist es meistens so, dass man immer noch ein wenig mehr wegnehmen muss, damit die Zeichnung auch gut herauskommt. Nach jedem Arbeits- schritt drucke ich zwei-, dreimal mit meh- reren Farben. Eventuell nehme ich auch noch andere Platten mit anderen Gegenständen dazu.

((( t ))) Wenn du in Verlorener Form arbeitest, ist das dann ja weg?!

Ja klar. So definiert sich die Verlorene Form ja auch: dass die Druckplatte für eventuelle Nachdrucke verloren ist. Deshalb ist die Auflage auch von vornherein festzulegen. Man muss sich das so vorstellen: Ich nehme die Platte, färbe sie ein und mache anschlie- ßend einen Druck davon. Dann zeichne ich (wieder) etwas auf die Platte, nehme mit dem Messer etwas weg und drucke die Platte erneut. Dann nehme ich wieder etwas weg, druck das noch einmal und so weiter. Die- se Technik erscheint auf den ersten Blick sehr starr. Das stimmt aber nicht: man kann damit auch gut spielen. Zum Beispiel kann ich die linke Seite der Platte so lassen, wie sie war, und nur auf der rechten Seite schnit- zen. Und erst nach dem nächsten Druck- vorgang nehme ich dann auf der linken Seite etwas weg, um sie dann erneut einzufärben und abzureiben.

((( t ))) Abzureiben?

Ja, beim Holzschnitt ist eben alles Hand- arbeit. Die Holzplatte kann man nicht durch eine Druckpresse ziehen wie zum Beispiel einen Linolschnitt. Denn dann würde entwe- der die Maschine kaputt gehen oder das Holz brechen. Das Holz ist ja meistens altes Holz vom Sperrmüll oder sogar von Bau- stellen oder auch von Möbeln. Da sind dann teilweise auch Holzwürmerlöcher drin –
das kannst du nicht durch eine Maschine ja- gen ... Deshalb musst du die Platte auch
mit einem Löffel oder einem Plastikfundstück abreiben ...

((( t ))) Hast du Vorbilder?

Nein, eigentlich nicht. Wobei ich sagen muss: Der Horst Janssen, der war schon gut. Der hat gute Sachen gemacht.

((( t ))) Ist es eigentlich eine schwere Ar- beit mit dem Holz?

Es ist schon schweißtreibend und sehr an- strengend. Wenn man morgens um acht an- fängt, kann es durchaus sein, dass man nachts um zwölf immer noch nicht fertig ist …

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Ohne Titel | circa 100 x 70 cm

Ohne Titel | circa 100 x 70 cm

Ohne Titel | circa 100 x 70 cm

Ohne Titel | circa 55 x 55 cm

Ohne Titel | circa 55 x 55 cm

 
   

Stefanie Kramer

Anfragen und mehr Infos unter
stefkrame@gmx.de

 


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Daniel Torrado Hermo, www.torrado.de

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