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_Transponder Juli 2006
featuring:
Riki Haas
#5



2006
 

»Hauptsächlich setze ich mich mit Frauenthemen auseinander Riki Haas


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Das ist schon sehr skurril …

Riki Haas
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Riki Haas studiert Kunst an der Universität Osnabrück. Ihr Haupttätigkeitsfeld ist die Malerei. Kompromisslos autark geht sie bei ihrer Arbeit vor. Betrachter sind willkommen, aber nicht zwingend erforderlich – denn Haas malt die Bilder hauptsächlich für sich

((( t ))) Welches sind deine bevorzugten Themen?

Ja, also am Anfang habe ich mich nur mit Menschen beschäftig, mit den Sujets »Paar« und »Beziehung« und »Menschsein«. Zu
dem Zeitpunkt sind Fische eben noch Fische gewesen …. Je weiter ich komme, desto mehr mische ich das Menschliche und das Tierische. Hier ist es ein Menschenkörper


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Badende mit Fischen | 110 x 165 cm | Kontakt | Großansicht | Das Besondere Angebot

 
mit einem Affenkopf. Und dort sind es schon ganz andere Wesen – da sind die verschiedenen Daseinsformen dann schon so richtig miteinander verschmolzen.

((( t ))) Was ist der Ausgangspunkt und wo geht es mittlerweile hin?

Formal ist es so, dass anfangs die Konturen sich klar abgehoben haben, dass alles schön voneinander getrennt gewesen ist, also Hintergrund und Vordergrund und die Person. — Bei den neuen Bildern vermischt sich das immer mehr. Es wird deutlich expressiver und abstrahierter.

((( t ))) Wie kommst du zu den Inhalten?

Teilweise aus Sprüchen oder auch Metaphern. Wenn man irgendwo zusammensitzt und dann reden Frauen über Männer und dann sagen sie: »Boa, ist das ein Affe … !« — Oder dass man bestimmte Verhaltensweisen mit tierischen Verhaltensweisen vergleicht. Ja, manchmal sind das auch nur Momente, die in meinem Leben passiert sind

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und ich dann ganz plötzlich das Gefühl hatte: »Das ist ja jetzt skurril, oder banal, oder seltsam ….« — Und das versuche ich dann in den Bildern zu malen.

((( t ))) Der Rote Faden?

Ja, es hat auch immer etwas mit meinem Leben zu tun. Ich kann es nicht verhindern mich da völlig rauszuklinken.

((( t ))) Tauchst du selbst in den Bildern auf? So wie Hitchcock in seinen Filmen immer kurz aufgetreten ist?

(Überlegt, dann langsam:) Ja. Also vielleicht nicht so, dass ich mich selbst darstelle, sondern in einer Stellvertreterposition. Klar, stelle ich mich immer selbst dar, aber nicht um mein Leben zu erzählen oder meine Person darzustellen, sondern um bestimmte Momente festzuhalten – die bei anderen Leuten bestimmt genauso vorkommen.

((( t ))) Sind das Arbeiten die du für dich machst, oder haben die auch einen kommunikativen Charakter dass du dem Rezipienten auch etwas mitteilen willst? Oder stehen die nur so für sich als Bestandsaufnahme?

Ja erst mal stehen die so für sich, weil ich hoffe dass die Leute, wenn die das angucken, ihre eigenen Fantasien dazu entwickeln. Das soll ja nicht was ganz bestimmtes aussagen, sondern vielleicht oft auch nur eine Emotion ausdrücken oder ein Gefühl von irgendwas Seltsamen oder Ekligem oder Schönem. Die meisten Bilder male ich, wenn ich mich sehr über irgendwelche Dinge aufrege. Es sind dann nicht unbedingt positive Bilder …

((( t ))) Die Frau mit dem Vogel …

. ja das ist vielleicht das einzige Selbstportrait.

((( t ))) Erzähl mal etwa dazu.

Also der Rabe steht für Intelligenz und auch dunkle Magie. Da ging es mir gar nicht gut – da ging es mir sogar richtig schlecht. Da ist das dann einfach so entstanden in der Zeit.

((( t ))) Die Farben sind ziemlich brillant. Ein Widerspruch zu dem Inhalt?

Na ja, obwohl es bei mir so ist, dass es eher grelle und aggressive Farben sind. Es sind grelle Farben, aber sie sind nicht schön. Sie beißen sich und heben sich hervor und werden dadurch noch kräftiger.

((( t ))) Was sagst du, wenn ein Betrachter deiner Bilder zu dir kommt und dich fragt, warum du die Bilder so aggressiv machst?

Aber solche Reaktionen habe ich bereits bekommen ….! — Für mich ist es eine Art mich auszudrücken, wie andere Leute Demos machen oder schreiben et cetera.

((( t ))) Was ist für dich Kunst?

Erst mal muss es etwas auslösen. Also, Kunst ist einfach etwas, das man durch andere Formen nicht ausdrücken kann. Musik, Malerei oder auch Poesie sind beispielsweise wie eine andere Form von Sprache. Und ich weiß auch nicht, wie ich mich anders ausdrücken soll. Aber ich habe eben das Bedürfnis irgendetwas zu machen – ich kann mir auch gar nicht vorstellen, mein Leben anders zu führen als das zu machen. Und wenn das dann bei den anderen Leuten auch noch irgendeine Wirkung hat oder Assoziationen hervorruft, dann ist das ja cool, aber im Endeffekt ist mir das eigentlich egal, was bei den Leuten passiert. Es ist also eigentlich ein rein egoistischer Ansatz.

Andererseits finde ich es gar nicht so wichtig, dass die dargestellten Momente Augenblicke sind, die mir passiert sind. Es sind vielmehr die Momente an sich, die etwas in mir ausgelöst haben. Diese Momente stehen für sich, sind für mich absolut autark, die ich erst danach auf mich beziehe und dann erst auf die Leinwand banne.

Hauptsächlich setze ich mich schon mehr
mit Frauenthemen auseinander. Frauen, Kinder Kriegen, Familie, Beziehungen, Frauen unter sich – wie sie miteinander umgehen –, Freundschaften. Und auf jeden Fall haben alle Bilder auch etwas mit Sexualität und Erotik zu tun. Dieses »Wie verkauft man sich«, was ist schön, was ist hässlich, wie werden Körper beurteilt, oder in Szene gesetzt. Ich versuche vielleicht auch immer Körper darzustellen, die nicht unbedingt dem Ideal entsprechen und die nicht unbedingt schön aussehen. Ich versuche auch Verrenkungen einzubringen, irgendwelche abstruse Formen …

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Riki Haas

Anfragen und mehr Infos unter
RikiHaas@gmx.de

 


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Alle Rechte vorbehalten. © Daniel Torrado Hermo.

 

   

Autor:

Design:

Daniel Torrado Hermo, www.torrado.de

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