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_Transponder April/Mai 2006
featuring:
Renata Lui Turanova
#4

2006

»Mein Stil ist ein klassischer …« Renata Lui Turanova
„Ich sehe mich überhaupt nicht im Zusammenhang mit Marlene Dumas“

Renata Lui Turanova
_________________________

Renata Lui Turanova studiert Kunst
und Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück. Ihr Hauptfeld sieht sie im Aquarell und muss sich dabei mit einer ganz Großen messen lassen, nämlich
mit Marlene Dumas, die in Kapstadt übrigens einmal Studentin des in Osna- brück lebenden Künstlers Richard Wake war.
Turanova sieht den Vergleich mit Dumas nur ungern, hat sie doch ihrer Ansicht nach einen ganz eigenen Stil ...

((( t ))) Was ist das Spezielle an deiner Kunst, in Abgrenzung zu Marlene Dumas?

Ich habe eine deutlichere Grenzlinie als Marlene Dumas. Marlene Dumas Stil ist vergleichsweise weicher. Ich habe ita- lienische Vorväter und bei mir kann man immer wieder erkennen, dass ich in diesen italienischen klassischen Stil hineinrutsche.

((( t ))) Welcher ist dieser klassische italienische Stil?

Es ist dieser klassische, schlichte, elegante Stil. In den begebe ich mich immer wieder sehr gerne hinein – dort fühle ich mich zu Hause.

((( t ))) Wie kommst du zu den Farben?

Ich spiele in letzter Zeit sehr gerne nur mit drei, vier Farben. Ich male gerne nur mit we- niger Farben. Schwarz, Violett, Bordeaux, eventuell ein bisschen Rot, und Braun. Das sind die Farben, die ich jetzt gerne benutze, weil ich dadurch immer die Einfachheit er- reichen kann und möchte. Das Bild will ich nicht noch mehr komplizieren durch die Farben. Das Bild ist schon vom Ausdruck sehr kompliziert. Und ich möchte die Wir- kung und die Kraft erreichen gerade durch die wenigen Farben.

((( t ))) Welche Vorlagen benutzt du?

Als Ausgangsmaterial benutze ich meistens Fotos aus Zeitungsartikeln. Zum Beispiel das "Kind aus Nigeria", das hat mich stark fas- ziniert. Ich bin immer so erschüttert von die- ser Hungersnot und wie die Kinder leiden müssen. Ich kann das gar nicht ertragen und gar nicht verarbeiten. Und deshalb habe ich mir gedacht, dass das Kind, das ich gemalt habe ein bisschen Aufmerksamkeit verdient. Weil man gar nicht weiß, ob es in den näch- sten Tagen etwas zu essen bekommt oder verhungert. Ich habe darin ein großes künst- lerisches Potential gesehen.

((( t ))) Wie gehst du vor bei der Auswahl der Fotos?

Also mich muss erst einmal etwas anspre- chen. Eine Besonderheit. Eine Form der Spi- ritualität. Manche haben sie stärker, manche unterdrücken sie, manche scheinen sie fast gar nicht zu haben. Diese Besonderheiten versuche ich künstlerisch umzusetzen.

((( t ))) Was ist für dich Kunst?

Für mich ist Kunst äußerst wichtig, sie ist ein Teil von mir – ohne sie könnte ich gar nicht existieren. Kunst bedeutet für mich eine star- ke und bewegende Emotionalität. Das merke ich immer wieder dann, wenn ich etwas Künstlerisches produziere: Dann ist das Neue ein Teil von mir, von meinem künst- lerischen Ausdruck. Und doch ist es jedes Mal etwas bislang Unbekanntes, so dass ich mit jedem neuen Bild, das ich male, etwas über mich erfahre …

Jeder Mensch, ob er möchte oder nicht, ist von den Schönen Künsten abhängig. Ob das die Musik betrifft oder den Film, das Theater oder die Bildende Kunst – wir müssen zu- geben, dass das einfach so ist und nicht an- ders. Aber weil die Kunst eine starke, po- sitive Emotionalität bewirken möchte, muss sie eben auch ein Produkt der Emotionen sein. So muss man unterscheiden zwischen einer objektiven und einer subjektiven Kunst. Denn darin liegt gerade der Unterschied!

Ich habe in meiner eigenen Entwicklung gelernt, dass ich es aufgeben muss, mit dem Verstand zu jonglieren. Und dass habe ich auch sehr gerne gemacht, da ich nur sehr ungern abhängig bin von unnützen Dingen, unproduktiven Gefühlen und Grübeleien, die für mich nur Stagnation bedeuten. Je unab- hängiger ich bin, desto mehr Chancen gebe ich mir. Damit möchte ich aber sagen, dass ich erkannt habe, dass ich mich ruhig auf meine Sensibilität und die Emotionalität in der Kunst verlassen kann, genau so wie im Leben.
Bis jetzt hat mich mein Verstand immer nur abgelenkt oder oftmals sogar geschadet. Deshalb ist Kunst für mich so wichtig, weil ich mich dort bis zum Umfallen austoben kann ...


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Kind aus Nigeria | 38 x 50 cm

Barbara | 35 x 25 cm

Naomi | 35 x 25 cm

Mutter | 35 x 25 cm

Roman | 35 x 25 cm

 

 
   

Renata Lui Turanova

Anfragen und mehr Infos unter
renata.turanova@web.de

Renata Lui Turanova
Buersche Straße 91
49084 Osnabrück
Telefon: (0541) 9 98 68 66
Telefon: 0162 / 1 31 99 61

 


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