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_Transponder September 2006 |
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#7

2006 |
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»Das interessiert mich zur Zeit sehr – das wahre Leben«.— Gitti Dietze
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| Der Mensch merkt dann aber, dass er da so über- haupt gar nicht klar kommt …
Gitti Dietze
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Gitti Dietze studiert Kunst an der Uni- versität Osnabrück. Ein Schwerpunkt ihres Schaffens ist die Fotografie, sowohl digital als auch analog.
Ihre Themen sind Der Mensch in seiner Umgebung oder auch Inszenierte Welt – Zensierte Welt? sowie neuerdings auch Das Leben an der Ecke.
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((( t ))) Die Fotos scheinen von einem Fernseher abfotografiert worden zu sein. Lief da ein Video, das du selbst gedreht hast?
Ja genau. Das ist ein Videoclip, den ich ge- dreht habe nach der Musik, die mein Freund damals komponiert hatte für seine Band: »Stahlkühl« heißt das Lied und so heißen die Fotos auch.
((( t ))) Und wer ist das im Video?
Das ist mein damaliger Freund, der auch das Stück komponiert hat.
((( t ))) Ist das das offizielle Musikvideo zu dem Musikstück?
Ja, das wurde auch im Kino in Haltern
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gezeigt. Da hat die Band live gespielt und da wurden dann im Hintergrund Videos zu den Stücken gezeigt, die wir selber gedreht haben. Und dieses Video, von dem ich die vorliegen- den Videostills gemacht habe, hab ich gemacht.
((( t ))) Wie viele gibt es von den Videostills?
Insgesamt sind es neun. Es geht in diesem
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Video um einen Menschen, der in eine fremde Welt rein geschmissen wird und da erst mal gar nicht zurechtkommt. Das sieht man dann auf dem ersten Bild, da ist er praktisch gerade angekommen und untersucht das Material, auf dem er sich befindet. Hier guckt er rum, was da so ist und merkt dann aber, dass er da so überhaupt gar nicht klar kommt und so schreit er seine Ängste und Bedrängnisse heraus. Und ich glaube, dass die vorliegende
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Auswahl das am besten zeigt. Die hat mir aber auch von den Kompositionen gefallen. Ich finde diese Bildausschnitte einfach gut. Aber die sollen schon so auch für sich wirken, ohne dass man den Hintergrund dieses Films jetzt unbedingt kennt. Weil der Betrachter an sich ja erst mal nichts von diesem Film weiß. Mir gefällt auch diese Farbigkeit und diese Kühle, und dieses Weiße und Schummerige, auch
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dieses Pixelige, das dadurch entsteht, dass es vom Fernseher abfotografiert wurde.
((( t ))) War es das erste Mal, dass du von einem Video Stills anfertigst?
Ja genau, das hab ich mit diesem Werk das erste Mal gemacht. Und vereinzelt habe ich das auch noch bis heute weiter gemacht.
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((( t ))) Was machst du hauptsächlich?
Gerade widme ich mich der Milieu-Fotogra- fie. Das heißt, ich fotografiere Kioskbesitzer. Mich interessiert das, weil ich gemerkt habe, dass Kioske ja gerade alle schließen und es sie bald nicht mehr geben wird, zumindest nicht mehr hier. Und beide haben auch schon eine sehr lange Kultur: der Kiosk an der Ecke und die Persönlichkeiten haben mich inter- essiert, die dann da im Kiosk sitzen und Tag für Tag die Straße beobachten, sich mit den Leuten unterhalten, die ganze Ecke ganz genau kennen: Wer da wohnt, alle Neuig-
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keiten, die gute Ommi, die über Rezepte Bescheid weiß und dir irgendwas von Rezepten erzählt. Oder der misstrauische Typ, der dir eigentlich eher mürrisch die Zigaretten gibt, die du haben willst. Das sind ja immer schon so ganz spezielle Persönlichkeiten, und von diesen Leuten mache ich diese Porträts. Es wird eine Reihe von fünf, sechs, sieben Fotos, von unterschiedlichen Kioskbesitzern. Das interessiert mich zur Zeit sehr – das wahre Leben …
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Alle Rechte vorbehalten. © Daniel Torrado Hermo.
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