| Es wird darum gehen, ob die betriebene Ausstellungspolitik für Osnabrück angemessen ist oder nicht.
Daniel Torrado Hermo
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Daniel Torrado Hermo studiert Kunstpädagogik, Philosophie und Medien (Fernsehen und Film) an der Universität Osnabrück. Mit der Arbeit an seinem Hauptwerk Sinngabe – eine Art subjektives Wörterbuch, inspiriert von Joseph Beuys – hat er Anfang 2005 begonnen.
14-täglich stellt er einen neuen Artikel auf www.sinngabe.de ein. Das Genre Erbauungsprosa gefällt Torrado am besten zur ersten Einordnung von Sinngabe. Und der von Joseph Beuys geprägte Begriff »Soziale Plastik« präzisiert dann das Anliegen von Sinngabe …
((( t ))) Bist du aufgeregt vor diesem Selbstgespräch?
Kein bisschen – mache ich sogar am liebsten. Obwohl ich aus stilistischen Gründen eigentlich nicht vorgehabt hatte, mich einmal selbst zu featuren. Aber für diesen Transponder, der im Transponder-Archiv die Nummer 13 tragen wird, hat sich niemand gemeldet. Wenn ich also optimistisch bin, hat sich deswegen niemand für diese Ausgabe gemeldet, weil die 13 niemand haben will (lacht). Für mich muss die 13 aber immer eine Glückszahl sein, weil meine Mutter an einem 13. geboren wurde.
((( t ))) Stichwort Transponder: Hat sich die Arbeit bisher gelohnt?
Ja und Nein. Ja, es hat sich gelohnt, weil ich schon das Gefühl habe, dass der Transponder von einigen gelesen wird. Und es ist immer meine Absicht gewesen, genau diese Leser zu bedienen. Die nach Kunst in Osnabrück und Umgebung suchen und das Internet in ihre Suche einbeziehen.
Und Nein, es hat sich nicht gelohnt, weil ich bisher keine signifikanten materiellen oder gar immateriellen Feedbacks bekommen habe. Bis auf eine Ausnahme: Das STADTBLATT hat über die Thermostart° GALERIE berichtet. Und ich glaube, dass der Transponder bislang eines der wesentlichen Elemente der Galerie gewesen ist und die Galerie vielleicht gerade aus diesem Grund so erwähnungswürdig erschien.
((( t ))) Für die kommenden Monate gibt es noch keine Transponder-Protagonisten. Wie geht es also weiter?
Ich werde, falls es keine neuen Interessenten mehr gibt, meinen Fokus auf die Kunsthalle Dominikanerkirche und das Kulturhistorische Museum sowie das Felix-Nussbaum-Haus verlegen. Alle drei stehen als große Kunstausstellungsorte in einer besonderen Verantwortung für Osnabrück, was die Kunst betrifft. Es wird in diesem Fall dann um die Fragestellung gehen, ob die betriebene Ausstellungspolitik für Osnabrück angemessen ist oder nicht. Dabei werde ich gegebenenfalls zu speziellen Interviewpartnern greifen, die für diese Frage prädestiniert sind.
((( t ))) Nun zu deinem Hauptwerk, Sinngabe. Erkläre doch mal bitte deine Motivation und den Begriff Soziale Plastik.
Die Motivation nährte sich ursprünglich daraus, philosophische Gedanken des Alltags in eine Form zu bringen, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. Dann hatte ich im Sommersemester 2005 ein Seminar über den einflussreichen deutschen Künstler Joseph Beuys bei Frau Professorin Hergert. So kam der erste Kontakt zur Sozialen Plastik von Beuys zustande. Und allmählich wurde mir klar: Das ist genau das Ding, wonach ich immer gesucht hatte. Weil Beuys mit diesem etwas komischen Begriff eigentlich etwas ganz Einfaches und zugleich Geniales meinte: Eine Gesellschaftsformung, die auf dem Prinzip des Sozialen beruht. So wie man eine Skulptur formt, so wird auch eine Gesellschaft von äußeren und inneren Faktoren geformt. Da die Gesellschaft aber aus Menschen besteht – einem relativ weichen Material, wenn man so will –, ist die Form der Gesellschaft zu jeder Zeit wandelbar …
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