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Dezember
L'existence auto-centrique Links: www.sinngabe.de Eine Online-Textkunstausstellung.
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Die Veräußerung seiner auto-zentrischen Identität ist ein heilsamer Prozess, wenn man in einer diesbezüglich an sich immer noch gegenläufig geprägten Gesellschaft lebt. Zumindest dann, wenn man nicht umhin gekommen ist, sich von diesen gegenläufigen Ansichten prägen zu lassen. Das eigene Verhalten zu modifizieren und dabei einen freieren und offeneren Umgang mit der eigenen Meinung zu erreichen (zunächst vielleicht nur mit sich selbst), ist eine eigentherapeutische Leistung, die bei Veröffentlichung des Prozesses zu Kunst werden kann. Durch Stilmerkmale, die manchmal an ein Wörterbuch, manchmal an eine Predigt und manchmal an surreale Fantastereien denken lassen, entsteht eine Befremdung, die meinen Schamgefühlen entgegenkommt und gleichzeitig eine Ästhetisierung bewirkt. Ästhetisch meint hier nicht unbedingt schön. Es meint lediglich weg vom Autobiografischen, hin zum Autozentrischen. In dem Maße wie das Abbildhafte verschwindet und die künstlerischen Eingriffe in den Text zunehmen, kann Sozialplastik entstehen, die allerdings wieder vom jeweiligen Umgang mit dem Text abhängen kann. Irritationsmomente sind jedoch auf jedem Level möglich. So manches Mal aber erreicht die textliche Auflösung eine Entsprechung zur seelischen …
Damit es im übertragenen wie wörtlichen Sinne nicht billig wird, ist die Veröffentlichung der einzelnen digitalen Texte ab dem Artikel 101 an ein Abo für Sinngabe.com gebunden. Tendenziell sind diejenigen Texte, die bei mir weniger Verunsicherung erzeugen, häufiger auf Sinngabe.de häufiger anzutreffen als die spekulativeren. Die letzteren sollen vermehrt auf Sinngabe.com anzutreffen sein. — Mit diesem Kniff wird der Begriff Konzeptkunst sehr deutlich – denn keiner wird bereit sein, viel Geld für die Freischaltung eines einzigen Abos hinzulegen. So sieht das Konzept zwar vor, bei Bezahlung ein Abo zu seinem Preis freizuschalten; doch wenn keiner zahlen will, bleiben die Texte in ihrem verschlüsselten Zustand und werden vielleicht nie veröffentlicht. Ob dies alles in allem Soziale Plastik oder zumindest konzeptionelle Soziale Plastik ist oder nicht, und ob dies Kunst ist oder nicht, hängt von der Perspektive ab. Für mich ist es ein heilsamer Prozess mit den Mitteln der Kunst. Für prüde Reaktionäre mag es der Sturm im Wasserglas sein. In jedem Fall ist Sinngabe.de für Besucher an 24 Stunden am Tag für Besucher geöffnet. Daniel Torrado Hermo ¹ Arte Povera – Manifeste, Statements, Kritiken. Herausgegeben von Nike Bätzner, Verlag der Kunst, Dresden/Basel 1995, Seite 117. Verwendete Ausgabe erschienen als FUNDUS-Buch, herausgegeben von Gerti Fietzek und Michael Glasmeier. ² Sinngabe — das subjektive Wörterbuch! |
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